Vertrauenskrise am Wirtschaftsstandort: Nur 15 von 100 Unternehmen glauben noch an Österreichs Zukunft

Aktuelle Studie „Wie zukunftsfit ist Österreich?“ der Initiative JETZT TUN! zeigt eine dramatische Kluft: Unternehmen sind mutig, verändern sich, glauben an sich selbst – aber nicht mehr an den Standort, der sie umgibt.

Wien – Österreichs Betriebe sind zuversichtlicher und veränderungsbereiter, als es die öffentliche Debatte vermuten lässt. 61 % der Befragten sehen für die kommenden 10 Jahre mehr Chancen als Risiken.  Umso schärfer fällt ihr Urteil über das Land aus, in dem sie wirtschaften: Mehr als jedes zweite Unternehmen (52 %) hält sich selbst für zukunftsfit – aber nur jedes siebte (14,8 %) traut das auch dem Wirtschaftsstandort Österreich zu. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung von 253 österreichischen Unternehmen, 69 % davon KMUs, durchgeführt im Juli und August 2026 von der Initiative JETZT TUN!

„Diese Zahlen sind ein Weckruf. Österreichs Unternehmen sind mutiger und veränderungsbereiter, als man glaubt. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob unsere Betriebe zukunftsfit sind. Sie lautet: Ist es Österreich auch?“
Mag. Ruth Moss, Psychologin
für Transformation und Zukunftsentwicklung und Gründerin der Initiative JETZT TUN!


4 Befunde, die aufhorchen lassen

  1. Der Wandel ist schneller als das Zukunftsbild.
    Zwei Drittel der Unternehmen erleben schon heute einen massiv veränderten Markt. 45 % erwarten bis 2035 ein grundlegend neues Geschäftsmodell. Damit verbunden rechnen 60 % mit deutlichen und radikalen Änderungen ihrer Organisation. Jedoch nur 38 % der Unternehmen wissen heute, wie ihre Zukunft konkret aussehen soll.

  2. Digitalisierung und KI treiben die Transformation.
    Wichtigste Treiber: Digitalisierung (61,6 %) vor KI (57,0 %) und Regulatorik (51,2 %). Nachhaltigkeit und Generationenwechsel liegen deutlich dahinter.

  3. KI steckt noch in den Kinderschuhen.
    Der durchschnittliche KI-Reifegrad der österreichischen Wirtschaft liegt bei nur 2,6 von 5 Punkten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (56%) befindet sich zwischen Pilotprojekten und beginnender Standardisierung der KI-Anwendung. Lediglich 2,8 Prozent der Unternehmen gelten als „KI-zentriert“. Großunternehmen (Reifegrad 3,19) liegen deutlich vor dem Mittelstand (2,54) – ein KI-Gap, der den gesamten Standort zurückwirft.

  4. Transformation scheitert an Menschen.
    Transformationsprojekte scheitern am häufigsten an fehlender Einbindung der Mitarbeitenden (38 %), fehlender Führung (35 %) und fehlender Umsetzungsstrategie (34 %) – ein klares Signal an Führungsetagen. Bei Unternehmen mit 1.000–4.999 MA zeigt sich ein anderes Bild mit sehr hohen Werten bei Unternehmenskultur (43%), Angst vor Veränderung und Konflikt kurzfristiger Ziele vs. langfristiger Transformation (je 37%).


„Zukunftsfitness ist kein Zufall und keine Frage der Unternehmensgröße. Sie entsteht dort, wo Führung, klare Strategie und die Bereitschaft, Mitarbeitende wirklich einzubinden, mit der Zuversicht in eine erfolgreiche Zukunft zusammenkommen. Das können Unternehmen umsetzen – aber Österreich muss es als Wirtschaftsstandort vorleben“, Ruth Moss abschließend

Über die Studie

Für die Untersuchung „Wie zukunftsfit ist Österreich?“ wurden im Juli und August 2026 österreichische Unternehmen online zu ihrer Einschätzung der eigenen und der gesamtwirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit befragt. An der Umfrage nahmen 253 Unternehmen teil, 69 % davon KMUs. 63 % gehören zur obersten Führungsebene (Geschäftsführung, Vorstand, Eigentümer:innen).

Kurzfassung Ergebnisse hier downloaden – Umfrage Zukunftsfit Österreich

Studienreport anfordern unter info@jetzttun.at

Pressekontakt:
Mag. Ruth Moss
+43 664 9219 801
info@jetzttun.at

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